14. Neujahrsempfang am 7. Januar 2014

(News, 12.01.2014)

Stabile Wirtschaftslage für das Handwerk. Ehrung für Irmgard Hetzinger-Heinrici

Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs konnte zum 14. Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Dachau wieder zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßen.

Er zeigte sich zufrieden mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage des Handwerks. Die Auftragslage sowie die Anzahl der Mitarbeiter und Betriebe seien stabil. In einer Zeit, als andere Betriebe monatelang Kurzarbeit anordnen mussten, habe das Handwerk seine Mitarbeiter gehalten, konnte sogar vielfach das Personal aufstocken, um die anstehende Arbeit zu bewältigen.

Bei den Unternehmen, steuerpflichtigen Beschäftigten und beim Umsatz liege der Anteil des Handwerks immerhin bei einem Fünftel. Besondere Wertschätzung verdiene, dass das Handwerk zugleich 42 Prozent aller Auszubildenden ausbilde.

Grußworte

Den Reigen der Grußworte eröffnete Hermann Krenn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dachau. Er begrüßte die zahlreichen Gäste in den Räumen der Bank und hob die bewährte Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Mittelstand und Hausbank hervor. Sie eigne sich als Exportschlager für Europa.

Mit vielen eindrucksvollen Zahlen wartete Claus Weber, Dachaus Zweiter Bürgermeister, auf: 3744 Handwerksbetriebe gebe es aktuell im Landkreis, davon allein 757 im Gebiet der Stadt Dachau. Dies entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten liege bei 9350, einschließlich Inhabern und Auszubildenden - ebenfalls eine Steigerung um 0,5 Prozent. Statistisch liege der Handwerkeranteil unter allen Erwerbstätigen somit bei 19 Prozent. Die Handwerksbetriebe des Landkreises Dachau erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 1 Milliarde Euro, eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen müsse, so Weber.

Auch Weber hob das Engagement des Handwerks in der Ausbildung heraus: Mit einer Zahl von 624 Auszubildenden im Jahr 2013 läge man 1,5 Prozent über dem Vorjahr. Allerdings sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 10,7 Prozent auf 218 zurückgegangen. Weber äußerte die Hoffnung, dass dies in Zukunft wieder besser werde.

Weber zeigte sich zufrieden mit der Wirtschaftslage in Stadt und Landkreis Dachau. Viele Studien der vergangenen Jahre bescheinigten der Region hervorragende Zukunftsaussichten, nicht nur in wirtschaftspolitischer, sondern auch in sozialgeographischer Hinsicht. Für die Stadt Dachau sei es ständige Verpflichtung und Ansporn, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und insbesondere den Mittelstand, zu dem fast alle Handwerksbetriebe zählen, weiter zu verbessern.

Für eine weitere positive Entwicklung seien auch Neuansiedlungen von Betrieben aus den Bereichen Produktion, Entwicklung und Dienstleistung von entscheidender Bedeutung. Diesen Weg gehe die Stadt konsequent bei der Unterstützung von ansiedlungswilligen Unternehmen oder bei der Aufstellung von Bebauungsplänen.

Die stellvertretende Landrätin Eva Rehm wies in ihrem Grußwort auf die Problematik des Fachkräftemangel hin. Die Vollbeschäftigung im Landkreis sowie der demographische Wandel ließen diesen von Jahr zu Jahr mehr spürbar werden. Bei Inititiativen, junge Menschen aus anderen EU-Ländern wie beispielsweise Spanien anzuwerben, müsse man sich jedoch bewusst sein, dass man diese Menschen nicht in der für sie fremden Kultur und Umgebung sich selbst überlassen dürfe. Hier sei das Engagement von Politik und Unternehmern gefragt. Rehm plädierte dafür, beim Fachkräftemangel auch an die Jugendlichen aus dem Landkreis zu denken, die es auf dem Weg in die Arbeitswelt nicht so leicht haben.

Auch Rehm bedankte sich beim Handwerk für das große Engagement in der Lehrlingsausbildung, aber auch für die vielfältigen ehrenamtlichen Engagements in den Kommunen und Vereinen. Dieses hohe ehrenamtliche Engagement mache einen Reichtum des Landkreises aus, es sei ein wesentlicher Faktor für dessen hohe Lebensqualität. Sie forderte Handwerk und Mittelstand außerdem auf, sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung zu engagieren. Auch die Unternehmer und Handwerker seien ja Bürgerinnen und Bürger dieses Landkreises. Nur so könne man zu einer tragfähigen, konsensfähigen Entwicklung des Handwerks und der mittelständischen Unternehmen kommen.

Festrede

Die Festrede hielt Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Auch er wies auf die stabilisierende Rolle des Handwerks, auch und gerade in den wirtschaftlich schwierigen Jahren 2008 bis 2010 hin. Dies dürfe man nicht geringschätzen. Deshalb müssten die Politiker aufpassen, dies nicht nur immer in Grußworten zu dokumentieren, sondern auch in der täglichen Politik. Handwerk bedeute Karriere mit Lehre, High-Tech und Lebensqualität, so Pschierer.

Neben seiner gesellschaftspolitischen Bedeutung habe das Handwerk aber auch in hohem Maße eine regionalpolitische Bedeutung. In Regionen wie seiner Heimat Allgäu gäbe es ohne die leistungsfähigen Mittelständler im Handwerk überhaupt keine Wirtschaftskraft.

Auch beim Export dürfe man die Rolle des Handwerks nicht unterschätzen. Über 50 Prozent des bayerischen Exports gehe heute in die europäische Union. Und ein Großteil dieser Exporterfolge hänge von leistungsfähigen Zulieferern aus dem Handwerk ab.

Man müsse daher Politik auch daran messen, was sie für das Handwerk und den Mittelstand tue. Man werde kein Bundesland finden, das in dieser Hinsicht mehr leiste als Bayern - von Einzelmaßnahmen wie Meister-Bafög, Meister-Bonus und Innovationsgutscheinen bis hin zu klaren Aussagen gegenüber der europäischen Kommission, was das Thema Meisterbrief angeht. Die bayerische Staatsregierung habe sich immer mit Leidenschaft für dessen Erhalt sowie den Erhalt des dualen Ausbildungs- und Bildungssystems eingesetzt.

Pschierer skizzierte die 3-I-Strategie der neuen Ministerin Ilse Aigner, welche die Themen Investitionen, Innovationen und Internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt, und widmete sich abschließend den aktuellen Themen Energiewende und Zuwanderung. Er habe es zutiefst bedauert, dass es bei den Koalitionsverhandlungen nicht möglich gewesen sei, einen Konsens zur steuerlichen Geltendmachung von energetischer Gebäudesanierung zu erzielen. Dies wäre auch ein Konjunkturprogramm für das Handwerk gewesen. Er hoffe jedoch, dass man im Laufe der Legislaturperiode hier noch nachsteuern könne.

Bayern sei ein Einwanderungsland, so Pschierer, sowohl aus anderen Bundesländern wie auch aus dem europäischen Ausland. Die bayerische Staatsregierung habe sich nie gegen Zuwanderung ausgesprochen. Aber insbesondere was die osteuropäischen Staaten Rumänien und Bulgarien angeht, gelte: "Zuwanderung ja, aber Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und nicht in soziale Sicherungssysteme".

Ehrung der Jungmeister

Eine Premiere stellte die Ehrung besonders erfolgreicher Jungmeister in diesem festlichen Rahmen dar. Von 57 jungen Menschen, die im vergangenen Jahr die Meisterprüfung im Landkreis Dachau bestanden, haben neun so gute Leistungen abgeliefert, dass sie von der Staatsregierung eine Auszeichnung erhielten. Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs zeigte sich erfreut über diese außergewöhnlich hohe Quote und überreichte den Jungmeistern neben einer Urkunde auch ein von der Sparkasse Dachau gestiftetes Bildungsstipendium in Höhe von 300 Euro. Die neun ausgezeichneten Jungmeister:

Stefan Dillitz, Schreiner
Thomas Haller, Kraftfahrzeugtechniker
Peter Jegg, Installateur und Heizungsbauer
Franziska Mechling, Friseurin
Martin Menter, Metzger
Richard Ostermeir, Feinwerkmechaniker
Kristian Renner, Maler und Lackierer
Matthias Schöngruber, Elektrotechniker
Heinz Windschüttl, Karosserie- und Fahrzeugbauer


Dachs bezeichnete die jungen Meister als Zukunft und Hoffnungsträger des Handwerks. Die Grundlage dieses Erfolgs sei das duale Ausbildungssystem. Auch international sei die Anerkennung der Verknüpfung der Lernorte Betrieb und Berufsschule deutlich gewachsen. Es zeige sich, dass dessen Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten in herausragender Art und Weise praxistauglich sei. Es biete damit auch einen optimalen Lösungsansatz für eines der Hauptprobleme in Europa - nämlich die Jungendarbeitslosigkeit. Er appellierte leidenschaftlich an die Politik, der Meisterprüfung als Voraussetzung für den Weg in die Selbständigkeit und für die Funktionsfähigkeit des dualen Ausbildungssystem im Handwerk nicht den Boden zu entziehen.

Ehrung für Irmgard Hetzinger-Heinrici

Für den Abschluß des Neujahrsempfangs hatte sich Ulrich Dachs etwas Besonderes aufgehoben: Seine Vorgängerin im Amt des Kreishandwerksmeisters, Irmgard Hetzinger-Heinrici, wurde zur Ehrenkreishandwerksmeisterin ernannt. Hetzinger-Heinrici habe nicht nur das Handwerk im Landkreis geprägt, sondern es sich zu einer Lebensaufgabe gemacht, ein Netzwerk zwischen Handwerk und Politik, den staatlichen und städtischen Stellen, zu Bildung, Stadtentwicklung und Wirtschaft aufzubauen und zu festigen. Dachs überreichte Hetzinger-Heinrici eine vom Maisacher Kirchenmaler Alfons Wagner gestaltete Urkunde.

Irmgard Hetzinger-Heinrici bedankte sich sichtlich gerührt bei ihren beiden Kindern Silke und Sven, die sie bei ihrem Ehrenabend begleiteten, sowie bei ihren Kollegen und namentlich Ulrich Dachs für all die Unterstützung, die man ihr in den vielen Jahren gegeben habe. Alleine könne das keiner.

Musikalisches Rahmenprogramm

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Mitgliedern des Jugend-Jazz-Streichorchesters Bluestrings der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck. Die jungen Musiker überzeugten mit Schwung und großer Spielfreude und präsentierten ein abwechslungsreiches Repertoire mit Klassik-, Jazz- und Tangoelementen.

Frank-Martin Binder

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