17. Neujahrsempfang am 10. Januar 2017

(Rückschau, 15.01.2017)

Die Herausforderungen im neuen Jahr werden nicht weniger. Aber das Handwerk, wie auch der Landkreis sind gut gewappnet.

Einen optimistischer Ausblick auf 2017 beim diesjährigen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft werfen Gastgeber Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs (Mitte) und seine Gäste; von links Kaminkehrer-Obermeister Bernhard  Schmid, Oberbürgermeister Florian Hartmann, Volksbank-Vorstndssprecher Thomas Höbel, Ehrenkreishandwerksmeisterin Irmgard Hetzinger-Heinrici, Kabarettist Martin Frank, Landtagsabgeordneter Berhard Seindenath, Landrat Stefan Löwl (hinten), Bezirkstagspräsident Josef Mederer (vorn), Landtagsabgeprdneter Martin Güll und Kaminkehrer-Obermeister Oswald Klein.Thomas Höbel, Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG: Was versteht man subjektiv unter Glück?Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs: 2016 war ein erfolgreiches, arbeitsreiches und spannendes Jahr. Die Herausforderungen, die 2017 bereithält, werden wir gemeinsam gemeistern.Landrat Stefan Löwl: Die Weltpolitik ist kompliziert, aber im Landkreis kann man viel machen, indem man intensiv in Bildung investiert und ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrslage richtet.Oberbürgermeister Florian Hartmann will nicht lustig sein, angesichts der signifikant unterschiedlichen Behandlung von international tätigen Firmen gegenüber dem Handwerker vor Ort. Weder was steuerliche Fragen betrifft, noch was die Nachsicht von Ministerien gegenüber betrügerischem Verhalten großer Firmen angeht.Der Kabarettist Martin Frank mischte sein Publikum auf, entführte es in seine Welt und nahm es mit in die Welt der Zuagroasten – die ja so ganz anders ticken, als ein Kind vom Land. Dass alle Gäste ihn verstanden, seinen Ausführungen folgten zeigte sich am Gelächter.Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs ehrte sieben Handwerker des vergangenen Jahres, die für besondere Leistungen den Staatsehrenpreis der Regierung überreicht bekamen und die zusätzlich ein Ausbildungsstipendium erhalten. Von links: Florian Friedl, Informationstechnik; Veronika Baumann, Friseurin; Christoph Wagner, Metzgermeister; Melanie Weiser, Friseurin; Sven Wolter, Kraftfahrzeugtechnik;  Leider nicht anwesend: David Savage, Elektrotechnik und Martin Lindinger, Metzgermeister.Viele im Publikum kennen sich, sie diskutieren engagiert und harren der folgenden Reden.Das Publikum verfolgt mit großem Interesse die Ausführungen von Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs zum vergangenen Jahr und seinen Ausblick auf 2017.

 

Zum Willkommensgruß an alle anwesenden Gäste durch Herrn Thomas Höbel, (Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank  Dachau eG) gehörte ein kleiner Ausblick auf den Glücksatlas 2016, erstellt von der Uni Freiburg, der das subjektive Glücksempfinden der Menschen in Westdeutschland festhält: Danach seien Menschen mit Kindern glücklicher als Menschen ohne Kinder, und solche in Partnerschaften lebten glücklicher als die ohne Partner. Franken hält dabei die 1. und Oberbayern die 3. Position; Außerdem: je mehr kulturelle Offenheit sich einem erschließe, desto glücklicher seien seine Beziehungen. Vier große „Gs“ stehen entscheidend für das Glück: da wäre, natürlich, an erster Stelle die Gesundheit zu nennen, gefolgt von Geld, danach das Gen für Zufriedenheit – keinesfalls zu vernachlässigen, und ebenso wichtig: Gesellschaft und Soziales, also Bindungen und Kontakte.

Auch Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs, Gastgeber des 17. Neujahrsempfangs der Kreishandwerkerschaft  Dachau, hieß alle seine geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gewerbe, Verbänden und Schulen herzlich willkommen.
Im Rückblick war 2016 ein erfolgreiches, arbeitsreiches und spannendes Jahr, das aber auch seine Herausforderungen bereit hielt. So waren bis Jahresende 2016 im Landkreis 2850 Betriebe gemeldet, was einem Zuwachs von 0,9 Prozent entspricht. Somit liegt der Anteil der Handwerksbetriebe im Landkreis bei 19 Prozent und damit 5 Prozent höher als im oberbayerischen Vergleich. Rund 40 Prozent aller Auszubildenden erhalten so die Chance, einen Beruf zu erlernen.
Der Umsatz blieb mit 1,15 Mrd. Euro, einem knappen Plus von etwa 2 Prozent, ziemlich gleich, was einer “schwarzen Null“ entspricht, so Ulrich Dachs. Ebenfalls die Auftragslage und Preise blieben stabil, manche Betriebe hatten sogar einen Vorlauf von acht und mehr Wochen.
Dennoch, der demografische Wandel, aber auch ein Wertewandel sind spürbar. Wurden 2015 noch 250 neue Lehrverträge geschlossen, so waren es 2016 nur noch 201 Lehrverträge, ein Rückgang von ca. 20 Prozent. Im Schreinerhandwerk gab es sogar ein kleines Plus, auch wenn die Berufsschulzahlen in etwa gleich blieben.
Ein möglicher Grund könnte sein, dass Eltern und Lehrer weniger auf die Talente und Fähigkeiten der Jugendlichen achteten, und dabei übersehen, welcher persönliche Weg der Bildung und Berufsbildung den jungen Menschen am ehesten liegt.
Im Ausblick auf 2017 sollte auch das Kaufverhalten reflektiert werden und damit der Qualität vor der Quantität der Vorrang gegeben werden. Sei es bei Frisören gegenüber Frisörketten, sei es bei den Metzgern, die mit ihrem Namen für Qualität stehen oder bei den Bäckern, die im Gegensatz zu vielen Discountern ihr „Backwerk mit Liebe, Herz und Verantwortung“ und nicht aus der „Tüte“ zubereiten.
Wichtig ist, zu erkennen: Das verarbeitende Handwerk bietet Jugendlichen eine Zukunft und der persönliche Spruch, von dem sich Ulrich Dachs leiten lässt, lautet: „Ein jeder Tag gibt mir eine Chance, einen Weg zu gehen, der mich prägt und, für andere sichtbar, schöne Spuren hinterlässt.“
So gesehen ist ihm ums „Handwerk von nebenan“ und dessen Zukunft nicht bange. Auch die Herausforderungen, die das Jahr 2017 bereit hält, sind willkommen, und sie werden angenommen, denn: Sie werden gemeistert werden.

 

Landrat Stefan Löwl – 2017 wird nicht langweilig – viele große und kleine Herausforderungen werden das Jahr bestimmen, aber gemeinsam mit allen Mandatsträgern, den Vertretern aus Politik, Handwerk, Banken und Wirtschaft werden sie 2017 zu meistern sein.
Mit der Begrüßung aller Gäste, Ehrengäste und Mandatsträger aus Handwerk, Wirtschaft  und Politik verbindet auch Landrat Stefan Löwl alle guten Wünsche für das neue Jahr, Glück und Erfolg. Er „darf“ heuer schon zum dritten Mal ein Grußwort sprechen und freut sich bereits auf den nächsten Neujahrsempfang 2018. Zunächst aber wünscht er sich im Anschluss an die Feierlichkeit gute Gespräche, aktuelle Themen zu erörtern, sowie Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen.
Das Meistern großer Herausforderungen ist dadurch möglich, weil Staat und Kommune derzeit richtig gut dastehen. Mit Geld lasse sich eben vieles einfacher lösen als ohne.
Löwls großer Dank gilt daher der Handwerkerschaft, allen Gewerbetreibenden, den Arbeitgebern, aber auch den Konsumenten und Einkaufenden, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil an diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit an der finanziellen Situation des Staates und speziell der Kommunen haben.
Der Anteil des Handwerks im Landkreis liegt deutlich höher als im oberbayerischen Durchschnitt (nur ca. 6 Prozent). Das zeigt, dass in unserem Landkreis, der weniger industriell geprägt ist, gerade das Handwerk besonders viel Wertschöpfung im Bereich Ausbildung und Arbeitsplätze schafft.
Weitere große Herausforderungen sieht Löwl in der Weltpolitik. Diesen sei allerdings allein durch Geld nicht zu begegnen. Die Welt ist in Bewegung, was einerseits Besorgnis verursache und was man zwar kritisch betrachten, aber nicht direkt beeinflussen könne.
Echte Handlungsmöglichkeiten gibt es jedoch bei aktuellen Herausforderungen. Diese liegen zweifelsohne im Bereich des Fachkräftemangels mit all seinen Facetten: Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für Mitarbeiter in Handwerk und Behörden, Mieten für Büro- oder Geschäftsräume.
Nach der großen Asylthematik Ende letzten Jahres, stehen wir nun vor der noch viel größeren Herausforderung der Integration aller, die zu uns gekommen sind – die anerkannten Asylbewerber genauso, wie Menschen aus anderen europäischen Staaten und dem Rest der Welt. All diese Menschen müssen aufgenommen werden. Ihnen muss man Wohnraum, Arbeit, auch Sprache und Sinn im Leben geben. Diese Aufgabe wird uns weit über 2017 hinaus beschäftigen.
Eine weitere große Herausforderung stellt der Bereich Bildung und Fortbildung gerade in technischen Berufen dar, der den Zahlen gemäß noch immer ein Schattendasein führt. Besonders hier engagiert sich der Landkreis.
Erwähnenswert sei der MINT-Campus, der am 26.01. 2017 einlädt, um einen Förderverein zu gründen, der diese Arbeit fortsetzen soll.
Zudem, so Löwl, investiere der Landkreis massiv in Bildung: Z. B. in die Kooperation mit der FOS in Markt Indersdorf, mit der Generalinstandsetzung der neuen Berufsschule und der Erweiterung des dortigen Angebots. Viele Weiterbildungsangebote in Zusammenarbeit mit der WestAllianz, auch berufliche Qualifikationen in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Ingolstadt ermöglichen, Mitarbeiter zu qualifizieren, ihnen Perspektiven zu geben, und vielen Handwerkern die Basis, mit den Großen der Branche auf Augenhöhe zu verhandeln.
Alles in allem: Der Fachkräftemangel ist ein großes Thema, aber ebenso die Regulatorik, von der Löwl befürchtet, dass noch viel (Unsinniges?) kommen, aber vielleicht auch einiges Erschwerendes gehen wird.
Ja, und der Verkehr:
Der Landkreis tut sehr viel in puncto öffentlichem Nahverkehr. Dennoch, der individuelle Verkehr sowie Parkplätze sind ein großes Thema: Denn, der Handwerker etwa, der Termine einhalten muss, ist angewiesen auf seinen Werkstattbus, ohne den er samt seinem nötigen Werkzeug kaum rechtzeitig beim Kunden eintreffen kann. Staus bedeuten verlorene Arbeitszeit, kostet Zeit und Geld und das kann sich ein Handwerker nicht leisten.
Löwl blickt dennoch optimistisch ins Jahr 2017 im Vertrauen darauf, dass eine gemeinsame Anstrengung aller Mandatsträger, aller Vertreter aus Politik, dem Handwerk, der Banken und der Wirtschaft den Landkreis voranbringen wird.


Grußwort Oberbürgermeister Florian Hartmann – wenn da mal nicht was faul ist im Gemüsegarten
Mit Hinweis auf den nachfolgenden Kabarettisten verweist OB Hartmann darauf, sich erstens kurz zu fassen, und zweitens: schon gar nicht zu versuchen, lustig zu sein.
Dennoch gibt er eine kleine kuriose Geschichte zum Besten, die so gar nicht lustig ist beim Blick auf das heimische Handwerk.
Die „Geschichte vom Apfel und dem Ei“, soll heißen, Apple und die Steuern (die Apple in Europa bezahlt, bez. nicht bezahlt hat).
Und die geht so: Nachdem Apple in Irland 2003 auf seine international verkauften Produkte nur ca. 1 Prozent Steuern bezahlt hatte, was anscheinend noch zu viel war, verhandelte man für das Jahr 2014 Steuerabgaben in Höhe von 0,005 Prozent. Daraus ergaben sich 50,00 € Steuern pro 1 Mio. Gewinn, so Hartmann. Das wären z. B. 25 Schachteln Eier oder etwa 25 kg Äpfel. Kurioserweise war Irland damit zufrieden, doch die EU forderte eine Nachzahlung von 13 Mrd. €.
Es geht noch kurioser: Nicht nur Apple-Chef Tim Cook befand, Steuern seien politischer Mist, sondern es fand sich auch ein Finanzminister, der Steuern für eine „schlechte Sache“ hält. Das möge mal ein hiesiger Handwerker versuchen – weit käme er damit wohl nicht bei seinem Finanzbeamten. Allein der Versäumniszuschlag wäre ein Vielfaches höher.
Ein weiteres Beispiel, so Hartman, sei die VW-Abgasaffäre: Danach ließ das Bundesverkehrsministerium vergangenen Sommer verlautbaren: Zum Wohle des Autobauers sei man bereit, auf ein Bußgeldverfahren zu verzichten. Motto: Ist der Betrug erst groß genug, dann braucht’s keine Strafe mehr.
Hartmann bezweifelte, dass ein Spengler, ein Heizungsbauer, ein Dachdecker oder ein Maurer, kurz ein Handwerker in den Genuss einer ähnlichen staatlichen Kulanz käme, wenn er etwa nur die neuesten DIN-Normen nicht einhielte.
Nach diesem kleinen Rückblick wünschte OB Hartmann allen Anwesenden für das neue Jahr Glück und Erfolg, sowie viel Spaß mit demKabarettisten Martin Frank.


Der Kabarettist Martin Frank, das Landei aus Hutthurn/Lkrs. Passau, Niederbayern:
Knapp 40 Minuten lang brachte er die anwesenden Gäste zum Lachen, aber auch zum Nachdenken und hielt so manchem den Spiegel vor.
Von Niederbayern nach München gezogen, besucht er jetzt die Schauspielschule, Schwerpunkt Gesang und Oper, auch wenn sein Vater immer noch denkt, er sei beim Bayerischen Landwirtschaftsamt beschäftigt.
Er spannte den Bogen sehr weit und das Publikum ging gerne mit: Beginnend mit seiner Kindheit im niederbayerischen Hutthurn, den Werten, mit denen er aufgewachsen ist, und die ihm vorrangig von seiner Oma (sehr anständig, sehr katholisch) beigebracht wurden, weiter über seine Zeit in der Großstadt München hinaus.  
Er ist halt a bissal anders: Ois wos er ois Gloana g’lernt hot, is in Minga nimma so g’frogt. Ganz zu schweigen vom Anstand am Marienplatz beim Einsteigen in die S-Bahn, da fehlt der Anstand schon mal völlig – tss..
Angekommen in München, bevölkert von vielen Zuagroasten, muss er feststellen, dass seine und seiner Omas Werteordnung nicht mehr dem Zeitgeist entspricht. Aber er schlägt sich tapfer und lernt schnell, sich in der Großstadt zu behaupten.
Sein Blick auf die Leute in der Weltstadt (mit Herz): Er beobachtet und seziert sie, hört ihnen zu und verulkt sie. So z. B. in der U-Bahn. Er nimmt ihr Verhalten auf die Schippe, ist befremdet über deren Gewese auf dem Bauernhof –  und bleibt sehr bodenständig gegenüber allem Fremden, das so gar nicht zu seiner einfachen, ehrlichen, konservativen und vor allem katholischen Erziehung passen will.
Ständige Flashbacks und Vergleiche zwischen seiner katholisch konservativ, wertebezogenen Erziehung und seinen neuen Erfahrungen in München ergeben die gefühlt gewollt/ungewollte Komik - das macht er sehr gut. Die Lacher, die seinen Vortrag begleiten, beweisen es.
Ganz nebenbei erhöhte er seinen „Preis“… fiktiv.  Gut gemacht, Martin Frank ;-)


Die Meisterstipendiaten
Im Anschuss an das Kabarettistenstückl, ehrte Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs die Meisterstipendiaten.
Er ehrte sieben Handwerker des vergangenen Jahres, die für besondere Leistungen den Staatsehrenpreis der Regierung überreicht bekamen und die, in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Dachau, für ihre weitere Fortbildung zusätzlich ein Meisterstipendium erhalten. Über die Konditionen gibt die Kreishandwerkerschaft Dachau gerne Auskunft.
Die Stipendiaten: Florian Friedl, Informationstechnik; Veronika Baumann, Friseurin; Christoph Wagner, Metzgermeister; Melanie Weiser, Friseurin; Sven Wolter, Kraftfahrzeugtechnik;  Leider nicht anwesend waren David Savage, Elektrotechnik und Martin Lindinger, Metzgermeister.

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